Der Spreepark – früher die Anlaufstelle für Schulklassen, Gruppen und Freizeitparkbegeisterte, lies die letzten Jahre viele Diskussionen aufkommen. Mittlerweile sind die Berliner ängstlich, dass der Park gegen eine Luxusanlage (verdrängt) wird. Doch bis jetzt sieht es danach nicht aus. Auch nach dem Drogenskandal des Ex-Inhabers und  seiner Flucht nach Peru, ist der Spreepark nach wie vor Anziehungspunkt und Ausflugsziel in Berlin. Die alten Fahrgeschäfte und die Grünanlage können nach wie vor besichtigt werden und bieten so die Möglichkeit, einen spannenden Ausflug in Berlin zu planen.

Mit dem Fahrrad in den Spreepark

Spree Berlin

Was wäre da nicht angebrachter als eine Fahrradtour? Bei uns im Hostel könnt ihr euch Fahrräder ausleihen und das spannende Berlin erkunden. Am Hostel rechts entlang, über die Oberbaumbrücke, erreicht ihr das Schlesische Tor und die berühmte Schlesische-Straße-Partymeile (unser Hostel Tipp: Club Chalet und Club der Visionäre besuchen!). Von dort aus geht es durch den Treptower Park und, wer mag, über die Brücke zur Insel der Jugend, wo ihr euch etwas Zeit nehmen könnt zum Relaxen. Wer die Spree selbst erkunden will, kann das Fahrrad abstellen,  sich Tretboote oder Kajaks ausleihen und losschippern. Auch der dort ansässige Biergarten lädt zum Chillen und Kräfte auftanken ein.

Danach geht es mit dem Fahrrad weiter zum Plänterwald. Dort könnt ihr durch den Wald spazieren und euch auf Spreetour mit der Bimmelbahn ansehen, was vom berühmten Spreepark noch übrig geblieben ist. Nehmt unbedingt eine Kamera mit, es warten zahlreiche tolle Motive auf euch!

Unser Tipp: Wer nicht mit dem Fahrrad fahren will, mit einem Kurzstreckenticket der BVG seid ihr auch in wenigen Minuten im Plänterwald.

Der Spreepark: Vom DDR-Vergnügungspark zum Fotografen-Paradies

In den 60er Jahren hatte die DDR-Regierung beschlossen, einen Vergnügungspark für die Ost-Berliner Bevölkerung zu errichten. Auf einer Fläche von knapp 30 Hektar entstand im Plänterwald an der Spree der sogenannte Kulturpark Plänterwald, der jedoch eher an einen typischen Rummelplatz erinnerte, als an die Themenparks des Westens. Trotzdem liebten die Berliner „ihren“ Vergnügungspark und das 45 Meter hohe Riesenrad galt als Wahrzeichen des Bezirks Treptow.

Riesenrad Spreepark 

Nach der Wende wurde aus dem „Volkseigenen Betrieb Kulturpark Berlin“ die private Spreepark GmbH, die den Vergnügungspark mit neuen westlichen Attraktionen wie Achterbahnen, Wildwasserbahnen und einer Westernstadt aufwertete und zum ersten Mal auch einen pauschalen Eintrittspreis für alle Fahrtgeschäfte verlangte. Fehlende Parkplätze, gestiegene Eintrittspreise und zahlreiche neue Sehenswürdigkeiten in Berlin sorgten jedoch für einen Niedergang des Spreeparks, bis dieser 2001 geschlossen wurde. Norbert Witte, der Inhaber der Spreepark GmbH, setzte sich mitsamt einigen der Fahrtattraktionen nach Peru ab, während die Stadt Berlin auf einem Schuldenberg von 11 Millionen Euro sitzenblieb.

Drogen und Flucht nach Peru – Der Ex-Inhaber packt aus

Der Ex-Spreepark-Betreiber (Nordbert Witte) stand vor Gericht, weil er beschuldigt wurde, daran beteiligt zu sein, 167 Kilogramm reines Kokain von Peru in die Niederlande zu schmuggeln. Das Rauschgift soll in Wittes Fahrgeschäft „Fliegender Teppich“ gelagert worden sein und per Schiff die Grenzen passiert haben.

Witte war 2002 mit seiner Familie und sechs Fahrgeschäften nach Südamerika ausgereist und hatte so den hoch verschuldeten Spreepark zurückgelassen. In Lima wollte er den Luna-Park eröffnen und einen Neustart wagen. Nachdem er in Peru kein Geld mehr hatte, traf er auf den Peruaner Elio, der bereits in Berlin zu einer Bewährungsstrafe wegen Drogenhandels verurteilt wurde.

Anfangs sollte es Gold werden, doch später in 2003 war es dann doch Kokain, was über die Grenze geschmuggelt werden sollte. Laut Wittes Aussagen sogar unter Druck diverser Peruaner.

Im Herbst 2003 als Witte nach Berlin wollte, flog alles auf. Die Drogen waren perfekt in einem Teil eines Stahlmastes eingeschweißt worden. Ein ideales Versteck, was nach Aussagen von BKA-Mitarbeitern ohne die Tipps und abgehörten Anrufe von Witte sicherlich nie gefunden worden wäre.

Norbert Witte wurde 2008 vorzeitig aus der JVA Düppel entlassen. Besonders tragisch:  Wittes Sohn, Marcel Witte, sitzt seit fast 10 Jahren in Lima im Gefängnis und verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe. Anträge auf eine Überführung nach Deutschland stehen in Verhandlungen.

Hier findet ihr den Trailer zur Verfilmung „Achterbahn“:

Touristen lieben den Spreepark

Bimmelbahn im Spreepark

Auch wenn der Park still steht, die Zwangsverhandlungen gestoppt wurden, die Touristenführungen durch den Park sind beliebter denn je. Touristen locken die stillgelegten Fahrgeschäfte, die verwilderte Anlage und spannende Geschichten in den Spreepark.

Ihr wollt eine Führung durch den Spreepark? Auf der Webseite http://www.berliner-spreepark.de/ findet ihr passende Infos und Aktuelles rund um den Spreepark! Allerdings müsst ihr schnell sein für eine Führung, da sie nur noch kurze Zeit verfügbar ist. Wie eine solche Führung aussieht, seht ihr hier:

Hast du Fragen, wie du zum Spreepark kommst? Frag doch einfach an unserer Rezeption nach, wir helfen dir gerne weiter!

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Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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