fargo

Seit kurzem haben wir ein neues Partner-Restaurant in Kreuzberg – den Spanier „FARO Berlin“. Damit wir auch wissen, was genau wir euch empfehlen, sind wir selbst Spanisch essen gegangen. Hier kommt ein kleiner Bericht von unserem Geschmackserlebnis.

Gegen Mittag treten wir ein in das kleine aber feine Restaurant/Bar FARO auf der Schlesischen Straße in Kreuzberg. Zu Fuß sind es nur 10 Minuten vom Hostel bis zum Restaurant. Gleich empfängt uns ein netter Kellner mit spanischem Akzent und wir suchen uns einen Tisch aus. Das Restaurant wirkt rustikal, gemütlich und schlicht zugleich – es gibt eine hölzerne Bar, eine bequeme Sofa-Lounge und einen Restaurantbereich. Wir setzen uns und kurz darauf kommt auch schon Kai, der Inhaber des Restaurants und setzt sich zu uns. Die Getränkekarte ist groß und die Spanischen Biere und das lokale Kreuzberger Bier sind recht verlockend. Da wir aber in unserer Arbeitszeit essen gehen, bestellen wir etwas ohne Alkohol.

Um uns einen richtigen Überblick über die Auswahl an Speisen im FARO zu geben, schlägt Kai vor, dass die Köche uns verschiedene Dinge zusammen zaubern, welche die Küche gut repräsentieren. Wir sind froh darüber uns bei all den Leckereien nicht entscheiden zu müssen. Während wir aufs Essen warten bringt uns der Kellner eingelegte Oliven, selbstgebackenes Brot und Aioli (Spanischer Knoblauchdip). Das Geschmackserlebnis geht los. Und Kai erzählt uns seine Geschichte.

Kai hat das FARO im September 2013 im Wrangelkiez eröffnet, da er sich schon länger dachte, dass dieser Kiez eine spanische Bar mit spanischem Essen braucht. Das kommt daher, dass immer mehr Spanier auf Grund der Wirtschaftskrise nach Berlin ziehen und sich besonders in den alternativen Vierteln der Stadt sehr wohl fühlen. Kai’s Bezug zu Spanien kommt von seiner Arbeit als Lehrer an einer deutsch-spanischen Schule. Dort unterrichtet er sowohl deutsche und spanische als auch zweisprachige Schüler und lernt so selbst sehr viel dazu. Durch die Lehrer und Eltern an der Schule bekam das Restaurant FARO gleich von Anfang an mehrere Stammkunden, die weitere spanische und deutsche Freunde mitbrachten.

Für Kai ist es wichtig Berliner und Spanier zusammenzubringen; er sagt „Spanier sollen sich in Berlin wohlfühlen“. Die Zeitung Die Welt beschreibt das FARO als „ein Zuhause für Berliner und Spanier“ und ernennt es im November 2013 zur „Bar der Woche“. Man fühlt sich im Restaurant tatsächlich ein bisschen wie in Spanien, weil die meisten Mitarbeiter aus Spanien kommen und Kai ihnen ab und zu etwas auf Spanisch zuruft. So erzählt er uns zum Beispiel von seinem Andalusischen Koch Juan, der von klein auf mit der Zubereitung von Fisch und Meeresfrüchten zu tun hat, weil sein Vater ein Fischer war. Seinen Köchen lässt Kai ziemlich viele Freiheiten damit sie ihre Kreativität ausleben können und zum Beispiel auch ihre traditionellen spanischen Familienrezepte für die Gäste zubereiten können.

Essen im Fargo

Nach kurzer Zeit kommt auch schon das Essen. Jedenfalls ein Teil davon. Wir essen „Tapas“, welche traditionellerweise mit Freunden geteilt und nach und nach zum Getränk gegessen werden. Als erstes gibt es eine kalte Platte mit spanischem Schinken und Käse welcher uns schon mal dahinschmachten lässt. Dazu gibt es eine Eigenkreation vom Koch: Kartoffel-Tintenfischsalat dekoriert mit Kaviar und Sprossen – ein sehr leckeres und frisches Kunstwerk. Während wir schlemmen und genießen erzählt uns Kai wo der Spanische Brauch des Tapas-essens herkommt:

Es war ein mal ein spanischer König, der am Strand spazieren ging und sich nach dem Spaziergang ein schönes Bier am Strand gönnen wollte. Durch den umherfliegenden Sand bestand allerdings die Gefahr, dass Sand in das königliche Getränk geweht werden könnte. Da kam ein Bediensteter auf die geniale Idee, das Bier mit einer Scheibe Schinken abzudecken. So entstand der Brauch, immer etwas Kleines zu Essen zu Bier oder Wein dazu zu reichen. Jedenfalls sagt das eine von vielen Legenden.

Da bringt uns Javier auch schon das nächste kleine Gericht – mit Käse überbackene Aubergine in einer leckeren würzig-süßen Soße. Als nächstes gibt es Hirschfleisch in einer krossen Teigtasche in würziger Soße und Garnelen in Knobi-Chilli-Öl. Wir sind einfach hin und weg von solchen kreativen Geschmackskombinationen.

Kai erzählt uns, dass alles, was frisch gemacht werden kann auch wirklich im Restaurant von den Köchen selbstgemacht wird. Er legt sehr großen Wert auf die Frische der Zutaten, um so einen wirklich spanischen Geschmack zu erreichen. Neben Tapas gibt es im FARO auch Tortillas (klassisch-spanisches Omelett), täglich wechselnde Mittagsgerichte für 5€ und abends eine große Auswahl an leckeren Cocktails. Man kann hier also sowohl wunderbar Mittag essen als auch bis tief in die Nacht wie die Spanier bei Drinks und Tapas gemütlich sitzen und schwatzen. Bald soll es im FARO auch spanisches Frühstück geben – die Köche basteln gerade an einem guten Konzept.

Für Entertainment wird hier übrigens auch gesorgt: jeden Dienstag gibt’s Live Jazzmusik von internationalen Musikern und einmal im Monat findet ein Flamencoabend statt. Auch die Spiele der WM 2014 sollen im FARO live übertragen werden.

Satt und glücklich wollen wir uns schon von Kai und seinem Team verabschieden, doch da sagt er „Halt, es gibt noch Nachtisch!“. Obwohl eigentlich nichts mehr reinpasst, können wir dem natürlich nicht wiederstehen und werden kurz darauf mit superleckerer „Crema Catalana“ (Spanische Dessertcreme mit Karamellschicht) überrascht. Dazu ein Espresso und das Glück ist perfekt.

Nach dem Besuch im FARO Berlin ist uns klar, dass wir das Restaurant auf jeden Fall nochmal privat besuchen werden und es an unsere Gäste weiter empfehlen können!

Buen Proveco!

von Norma (Bloggerin und Rezeptionistin im Industriepalast)

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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