fesativals

Mit den sommerlichen Temperaturen kommt die Lust lange draußen zu bleiben, nachts im T-Shirt durch die Straßen zu schlendern, zu grillen und zu feiern. Der Sommer weckt die Lebensgeister und gibt uns jede Menge Energie. Open Air Festivals sind ideal um dieser Energie freien Lauf zu lassen und mal ganz in eine andere Welt abzutauchen.

DIE ENTSTEHUNG VON OPEN AIRS

Die ersten großen Open Air Festivals wurden in Amerika gefeiert. Im Jahr 1959 fand zum ersten Mal das „Newport Folk Festival“ statt mit Live Bands der Genres Jazz, Blues und Folk. Sechs Jahre später besuchten bereits 80.000 Leute das Festival. Ein weiteres großes Festival der 60er war das „Monterey International Pop Festival“ mit 200.000 Besuchern, welches 1967 das erste Mal stattfand und Künstler der Popmusik einlud. Das Festival gilt als Beginn der Hippie – und Flower Power Bewegung und brachte unter anderem die Poplegenden Jimi Hendrix und The Who groß raus. Die Musikgenres Rythm & Blues und Rock wurden Teil der Festivalszene und 1969 wurde das erste „Woodstock Festival“ mit 500.000 Besuchern und 32 Bands gefeiert. Dieses legendäre Festival der Hippiebewegung wurde schnell zum Dreh- und Angelpunkt der Festivalgeschichte und galt als Vorbild für viele weitere Festivals. Inspiriert von der Festivalkultur Amerikas entstanden Ende der 60er auch erste Open Airs in England. Auf der Insel „Isle of Wight“ im Süden Englands wurde 1968 das erste „Isle of Wight Festival“ gefeiert, welches später auch als „Woodstock Europas“ bezeichnet wurde.

OPEN AIRS IN DEUTSCHLAND

Auch andere europäische Länder veranstalteten Ende der 60er erste große Open Air Festivals. Die ersten Open Airs in Deutschland waren nicht wirklich erfolgreich, da es an guter Organisation mangelte. So kam es oft zu Gewaltausbrüchen, Unruhen und großen finanziellen Schäden. Das „Love-and-Peace Festival“ 1970 auf der Ostseeinsel Fehmarn war zum Beispiel ein Desaster mit vielen Verletzten und Sachschäden. Ende der 70er Jahre brachte Fritz Rau, ein deutscher Konzert- und Tourneeveranstalter, Erfahrungen der Festivalorganisation aus den USA mit nach Deutschland und so fanden bald einige erfolgreiche Open Airs statt. Im Jahr 1985 wurde zum Beispiel das erste „Rock am Ring“ Festival in Deutschland organisiert und war gleich ein voller Erfolg. Ende der 80er Jahre begannen dann auch kleinere Vereine und Organisationen Festivals auf die Beine zu stellen und so entwickelte sich langsam eine kunterbunte Festivalszene in Deutschland.

 BELIEBTE FESTIVALS IN DEUTSCHLAND

Einige der größten Festivals in Deutschland, die sich seit Jahren fest etabliert haben sind das Hurricane Festival, das Rockfestival Wacken Open Air, das Fusion Festival, Rock im Park, die Nature One und viele mehr. Wir wollen euch kurz vier Festivals vorstellen, welche ihr gut von Berlin aus erreichen könnt und sich deshalb super mit einem Berlinbesuch verbinden lassen.

FUSION

Seit 17 Jahren findet das Fusion Festival auf dem ehemaligen russischen Militärflugplatz in Lärz, Mecklenburg-Vorpommern, statt und lockt jährlich viele Tausend Feierlustige an. Das Festival ist eine Vermischung (= Fusion) von Musik, Theater, Performance, Kunst und Kulinarischem und umfasst fast alle Genres der elektronischen Musik. Neben Minimal, Techno, Dubstep, Trance, Goa, House und Drum and Bass gibt es aber auch Live-Musik der Richtungen Jazz, Rock, Ska, Punk, Raggae, Hip Hop und vieles mehr. Es ist also wirklich für jeden etwas mit dabei. Das Festivalgelände ist jedes Jahr wieder unglaublich kreativ geschmückt mit Holzhütten, Zauberwäldern, Lichtinstallationen und allem möglichen Schnick Schnack. Auf den ehemaligen Hangars kann man wunderbar dem Sonnenuntergang zuschauen oder bei Regen im Trockenen tanzen. So entsteht eine zauberhafte Parallelwelt mit vielen kleinen Ecken und Bühnen in der man sich schnell verliert und fernab vom Alltag allen Stress und alle Zwänge vergisst. Auch für Essen ist gesorgt: es gibt abwechslungsreiche Stände mit leckerer, vegetarischer Küche aus aller Welt. Das Fusion Festival ist eines der wenigen, wo Camping und Feiern nicht getrennt werden und man seine eigenen Getränke mit aufs Gelände nehmen darf. Aufgrund des großen Andrangs werden die Tickets seit 2010 limitiert und seit 2012 nur im Losverfahren verkauft. Für die Tickets der Fusion 2015 kann man sich wieder im Dezember 2014 „bewerben“. Von Berlin Ostbahnhof (einen Stopp vom Industriepalast mit der S-Bahn) kommt man mit einem Shuttlebus in nur 1,5 Stunden direkt zur Fusion.

MELT!

Auch das Melt! Festival findet schon seit 1997 jährlich Jahr statt. Von Berlin aus kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln in nur 1,5 Stunden bis zum Ferropolis, wo das Melt! gefeiert wird. Ferropolis ist ein Festivalgelände, was jedes Jahr mehrere große Festivals veranstaltet. Auf dem Melt! Festival herrscht eine ganz besondere Atmosphäre wenn bei Nacht die riesigen Kräne bunt angestrahlt werden und die Menschenmasse im Rhythmus der Musik hüpft. Der Camping Platz befindet sich beim Ferropolis getrennt etwas abseits der Bühnen. So entstehen zwei Welten: auf dem Campingplatz wird vorgeglüht, gegrillt und mit den Nachbarn geschwatzt und auf dem Festivalgelände wird abgefeiert bis die Sonne aufgeht. Während nach Sonnenuntergang die Menge tobt, herrscht auf dem Gelände tagsüber eine entspannte Atmosphäre, es wird ruhigere Musik gespielt und die Leute stehen im Wasser, nehmen ihre Sonnenbrillen nicht mehr ab und genießen die Sonne. Das Festival ist unter Anderem bekannt für sein tolles Line-Up – hier spielen sehr viele bekannte Künstler der elektronischen Musikszene.

SPLASH!

Ein weiteres großes Festival im Ferropolis ist das splash! Festival – das größte Hip-Hop, Raggae und Drum & Bass Festival Deutschlands, welches seit 1998 jedes Jahr veranstaltet wird. Ab 1999 wurde das Festival am Oberrabensteiner Stausee organisiert – eine sehr schöne Location, da man im See baden und gleichzeitig Hip-Hop Klängen lauschen konnte. Daher kommt auch der Name des Festivals – „splash“ steht für „planschen“ oder „spritzen“. Nach mehreren Umzügen auf verschiedene Festivalgelände, findet das Festival nun seit 2010 auch im Ferropolis statt, da dieses Gelände mehr Platz und finanzielle Vorteile bietet. Neben Musik gibt es auf dem Festival auch Graffiti- und Soundsystem Wettbewerbe zu sehen, welche das Publikum mit involvieren und für jede Menge Spaß und Spannung sorgen.

HIGHFIELD

Seit 1998 gibt es das Highfield-Festival, welches mittlerweile zum bedeutendsten Indie-Rock Festival Deutschlands geworden ist. Bis 2009 fand das Festival am Stausee Hohenfelden bei Erfurt statt und seit 2010 ist der Störmthaler See im Landkreis Leipzig neuer Veranstaltungsort. Da das Festival direkt am See liegt, kann man sich bei warmem Wetter nach dem Tanzen im Wasser erfrischen oder einfach im Sand tanzen. Das Highfield Festival lockt jedes Jahr wieder bekannte Künstler der Indie-Rock Szene an, wie zum Bespiel die Ärzten, Placebo, blink-182, Revolverheld oder Beatsteaks. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man das Festivalgelände in 2,5 Stunden von Berlin aus.

Ihr seht also, dass es einige große Festivals gibt, welche ihr von Berlin aus super erreichen könnt. Ein kurzer Berlinurlaub ist perfekt um vorm Festival schon in Feierlaune zu kommen oder nach dem Festival langsam wieder in der „echten Welt“ anzukommen. Wenn ihr vor und nach einem Festival bei uns im Industriepalast übernachten solltet (was uns natürlich sehr freuen würde :)), könnt ihr einen Teil eures Gepäcks kostenfrei bei uns unterstellen und nach dem Open Air wieder abholen – so müsst ihr nicht alles mitschleppen. Wir freuen uns jedenfalls schon auf die Festivalsaison und darauf, dass ihr uns hier besucht.

Haut rein und bis zum nächsten Mal,

Eure Norma

Bloggerin und Rezeptionistin im Industriepalast

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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