Open Air Berlin

Vor kurzem ging es bei uns um Open Airs in Deutschland, wir haben euch die bekanntesten und größten Festivals Deutschlands vorgestellt. Heute werfen wir einen genaueren Blick auf Berlins spannende Auswahl an Open Airs. Im Sommer passiert es hier nicht selten, dass man auf einmal tief-wummernde Bässe hört und eine Traube Menschen erspäht, die um eine Anlage herumtanzen, wenn man im Park oder an der Spree entlang spaziert.

Spontane und inoffizielle Open Airs finden schon seit langer Zeit in Berlin statt und sind ein wichtiger Bestandteil des Berliner Sommers. Im Gegensatz zum Winter herrscht im Sommer eine sehr ausgelassene, fast mediterrane Atmosphäre in der Stadt. Überall sitzen die Menschen draußen auf den Straßen, in den Parks, vor den Cafés und Feierstimmung liegt in der Luft. Mittlerweile ist aus wenigen inoffiziellen Open Airs eine ganz große Kultur in Berlin geworden – es gibt verschiedene Online Plattformen und Facebookseiten, welche Open Air Events ankündigen und ihre Geheimtipps mit Feierlustigen teilen. Die Facebookseite „Open Airs Berlin informiert zum Beispiel regelmäßig über spontane und geplante Festivals in und rund um Berlin. Unser Tipp: geht an einem warmen, sonnigen Nachmittag im Sommer einfach mal in die Berliner Parks (vor allem in Kreuzberg) oder entlang der Spree und lasst euch überraschen, wen ihr auf dem Weg kennenlernt. Irgendwo werdet ihr sicher eine kleine Gruppe tanzender Menschen finden.

Berliner Parks

Neben den spontanen Open Airs finden in Berlin auch jede Menge Open Air Festivals in Clubs statt. Richtig, normalerweise heißt „im Club“ nicht gerade Sonnenschein und Sand unter den Füßen, aber in Berlin ist das anders. Hier gibt es nämlich sämtliche Clubs mit Open Air Bereich, wo man im Sommer wunderbar draußen tanzen und die warme Brise genießen kann. Einer der legendärsten Open Air Clubs Berlins war die Bar25 direkt an der Spree am Ostbahnhof. Dieser Club wurde 2004 gegründet, fing zunächst als kleines, alternatives Projekt an und entwickelte schnell sich zur angesagtesten Location der Stadt. Die Bar25 war nicht nur ein einfacher Club, sondern brachte ganz verschiedene Aspekte in einem kleinen Berliner Kiezdorf zusammen. Auf dem Gelände gab es ein Kino, eine Sauna, ein Restaurant, ein Hostel, eine Pipeline, ein Pizzasteinofen und sogar Wohnungen, wo Künstler und das Team der Bar25 wohnten. Die Location war eine kleine heile Welt inmitten der stressigen Großstadt, wo man den Alltag für einige Stunden vergessen konnte und sich beim exzessiven tanzen, sonnen, speisen, schaukeln oder philosophieren entspannen konnte. Im Herbst 2010 musste die Bar25 nach einer 5-tägigen Party schließen, da das Gelände im Rahmen des Projektes „Mediaspree“ für Bürogebäude umgebaut werden sollte. Diese neue, recht leblose Form der Nutzung stieß bei den Berlinern auf heftigen Widerstand, sodass die Bar25 bald eine Genossenschaft gründete, welche die Fläche bei einem Bieterverfahren im Oktober 2012 mit viel Hilfe der Bürger zurück erwarb. Der Kampf um das Gelände der ehemaligen Bar25 ging als Symbol für den Protest gegen die zunehmende Gentrifizierung Berlins in die Stadtgeschichte ein.

Das neue Projekt, was nun auf der brachliegenden Fläche entstehen soll, nennt sich „Holzmarkt“ und wird von den Machern der Bar25 entwickelt. Dies soll, ähnlich wie die Bar25, ein multifunktioneller Raum werden „für Kreativität zum Leben und zum Arbeiten“. Es wird Werkstätte und Wohnungen geben, wo sich Talente frei entfalten können und einen lebendigen Kiez entstehen lassen. Für das Gelände wird kein „fertiges“ Zukunftsbild angestrebt, sondern eine Fläche, die sich immer weiter entfalten und verändern kann. Einige Pläne sind jedoch schon sicher: es wird ein „Katerschmaus“-Restaurant an der Spree geben, ein Spa, einen Club, lauter kleine Freiräume und grüne Ecken und eine „Bergwanderung“ über die Dächer der verschiedenen Hütten und Hallen. Von den Dächern aus wird man einen super Blick über die Spree haben. Mittlerweile sind die Betreiber des Holzmarkts schon ganz fleißig am Buddeln, Putzen und pflanzen erste Kräuter und Gemüsesorten im Gewächshaus an, welche später im Katerschmaus-Restaurant verarbeitet werden sollen. Neuigkeiten und weitere Infos zum Projekt Holzmarkt findet ihr hier: www.holzmarkt.com.

Berlin

Die Bar25 inspirierte viele andere Clubs und so öffneten einige Clubs ihren eigenen kleinen und kunterbunten Open Air Bereich. Im Chalet auf der Schlesischen Straße kann man zum Beispiel im Garten in der Hängematte entspannen oder sein kühles Bier am Teich genießen. Im about blank kann man es sich auf einem der Betten oder Sitzmöglichkeiten im Zauberwald gemütlich machen. Im Sisyphos kann man das ganze Wochenende durchfeiern und sich die frische Spreebrise um die Nase wehen lassen. Und in der Grießmühle kann man überdacht tanzen oder auch am Lagerfeuer direkt am Kanal chillen. Manchmal gibt es hier auch frisches Essen oder selbstgemachten Schmuck zu kaufen.

In Berlin gibt es außerdem auch Open Airs, die nichts mit einem Club zu tun haben. So finden auf der Berliner „Rummelsburg“ zum Beispiel im Sommer ab und zu Festivals statt, wo berühmte DJs auflegen, man im Strand liegen oder auf den bereitgestellten Grillplätzen grillen kann. Auch wenn diese Location etwas weiter von unserem Hostel entfernt ist, kommt man mit der S-Bahn schnell zur Haltestelle „Betriebsbahnhof Berlin Rummelsburg“.

Am Kiessee „Kiekebusch“ finden ebenfalls einige größere Open Airs im Sommer statt, wie zum Beispiel das „Feel Festival“, welches für 2014 aber leider schon ausverkauft ist. Der Kiekebusch ist ein schöner Platz zum campen, essen, Musik hören  und Filme schauen.

Wer also im Sommer Lust hat, draußen zu feiern wird in Berlin sicher fündig. Hoffen wir deshalb, dass der Berliner Sommer 2014 warm und die Open Airs zahlreich sein werden.

Ich sage, haut rein!

Norma

Bloggerin und Rezeptionistin im Industriepalast

 

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
Simon Reuter (Blogger)

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