Funkturm in Berlin

Er ist das westlichste Wahrzeichen der Stadt und leuchtet nachts weithin wie ein Leuchtfeuer: Der Funkturm Berlin. Warum die aussichtsreiche Stahlkonstruktion am Messegelände immer einen Besuch wert ist, erfahrt ihr von uns.

Zunächst gilt es ein paar gängige Missverständnisse aus der Welt zu schaffen: Nein, der Funkturm ist nicht das gleiche wie der Fernsehturm, ja es gibt sie beide und nein, er ist keine Miniaturkopie des Pariser Eiffelturms. Trotz, oder gerade wegen seiner Einzigartigkeit ist der Funkturm aber ein reizvolles Ausflugsziel: Denn wer mit dem Aufzug in nur 30 Sekunden zur 126m hohen Aussichtsplattform hinauffährt, kann dort eine der eindrucksvollsten Aussichten der Hauptstadt erleben. Über den Tiergarten und Charlottenburg zur Siegessäule, dem Brandenburger Tor und Regierungsviertel, und weiter bis zum Alexanderplatz reicht der Blick über ganz Berlin. Weil der Funkturm ein wenig außerhalb der Innenstadt liegt, wandelt man hier abseits der üblichen Touristenpfade – langes Anstehen gibt es nicht, und zum Sonnenuntergang trifft man immer auch einige Berliner Locals.

Das 400 Tonnen schwere Stahlkonstrukt wurde ab 1924 nach den Plänen des Architekturprofessors Heinrich Straumer errichtet und 1926 anlässlich der 3. Funkausstellung eröffnet. Vom Boden bis zur Antennenspitze misst der „Lange Lulatsch“ – wie ihn die Berliner in Anlehnung an einen großen, schlaksigen Kerl liebevoll nennen – stolze 147 Meter, wobei in einem Zwischengeschoss auf halber Höhe ein schickes Restaurant Platz fand. Von der Spitze aus wurde 1935 auch das erste Fernsehprogramm der Welt gesendet, der Funkturm schrieb deutsche Technikgeschichte. Nachdem der Turm im zweiten Weltkrieg einigen Schaden genommen und zwischenzeitlich nur auf drei Beinen gestanden hatte, wurde er schon Anfang der fünfziger Jahre wieder repariert und erhielt sein Restaurant mit der Jugendstil-Einrichtung im Charme der goldenen Zwanziger zurück.

Berliner Funkturm

Als alle Lieferwege nach West-Berlin kurz nach Ende des Krieges von den Sowjetmächten blockierten wurden, bekam der Funkturm eine ungeahnte Bedeutung: einem Leuchtturm gleich zeigte er den amerikanischen Rosinenbombern – den Flugzeugen, die als Luftbrücke die Versorgung aufrechterhielten – den Weg zum Flughafen Tempelhof an. In Anlehnung daran kleidet heute eine großflächige LED-Lichtinstallation die Stahlkonstruktion, sodass der komplette Turm zu Messen oder besonderen Events im benachbarten Kongresszentrum ICC in buntem Licht erstrahlt. Dabei leitet er auch heute noch Reisenden den Weg: Zu seinen Füßen befindet sich der Zentrale Omnibusbahnhof, kurz ZOB, wo Fernbusse euch zu sehr günstigen Preisen in alle größeren Städten in Deutschland und den Nachbarländern bringen. Und vor der Abfahrt vom Busbahnhof sind für euch bestimmt auch noch ein Abstecher auf die Aussichtsplattform und ein Snack im Restaurant drin.

Besuchen könnt ihr den Funkturm jeden Tag zwischen 10 und 23 Uhr (Montag nur bis 20 Uhr), der Eintritt kostet faire 5 € (ermäßigt 2,80 €). Vom Industriepalast Hostel braucht ihr keine halbe Stunde dorthin: Einfach mit der S-Bahn ab Warschauer Straße bis Westkreuz fahren, schon könnt ihr euch auf einen großartigen Ausblick über die Dächer Berlins freuen.

Viel Spaß auf dem Funkturm wünscht euch

euer Simon

Blogger im Industriepalast Hostel

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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