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Der Herbst ist da, und was gibt es Schöneres als die ersten stürmisch-grauen Tage eingemummelt und mit einem fantastischen Film zu begehen? Berlin ist in vielerlei Hinsicht deutsche Film-Hauptstadt und mit unserer Top10 der besten Streifen aus, über und für Berlin könnt ihr euch wunderbar durch die Straßen und Geschichten der Spreeperle träumen.

Diese Woche gibt’s die Plätze 10 bis 6 für euch:

platz10: DAS LEBEN DER ANDEREN (2006)

Als Regisseur Florian Henckel von Donnarsmarck den Oscar für den besten fremdsprachigen Film entgegennahm, sprachen viele von einer Renaissance des international erfolgreichen deutschen Kinofilms. Auch wenn sich diese Hoffnung nicht unbedingt bewahrheitete, Das Leben der Anderen ist ein deutscher Historienfilm internationalen Formats. Das Stasi-Drama um einen Theaterschriftsteller, sein untreue Lebensgefährtin und den sie bespitzelnden Stasi-Hauptmann und dessen Katharsis zum guten Menschen berührt, regt zum Nachdenken an und ist zu allem Überfluss auch noch spannend und mitreißend. Tatsächliche Dienstverweigerungen von Stasi-Mitarbeitern waren wohl eine absolute Ausnahme, aber Ullrich Mühe spielt den Hauptmann mit Gewissenskonflikt so glaubwürdig und bewegend, dass der historische Rahmen lebendig wird. Vor einem Besuch des Mauermuseums eigentlich ein Must-See!

platz9: KEINOHRHASEN (2007)

Ein Film von Till Schweiger, mit Till Schweiger und irgendwie auch über Till Schweiger. Wer den erfolgreichsten deutschen Schauspieler mag kann sich über zwei Stunden Lachen, Herzschmerz und beste Unterhaltung freuen. Berlin ist Handlungs- und Drehort der Liebeskomödie über einen nymphomanen Boulevardreporter und eine Kindergärtnerin, und die Hauptstattprominenz wechselt sich munter mit Gastauftritten ab. Absolutes Highlight des Films ist das Schauspieldebut der Moderatorin Nora Tschirner – großartig.

platz8: DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI (2004)

„Das Rebellieren ist eben schwieriger geworden. Früher brauchtest du nur zu kiffen und lange Haare zu haben und das Establishment war automatisch gegen dich. Was früher subversiv war, kannst du heute im Laden kaufen.“ Hans Weingärtners nachdenklicher Film über eine Berliner WG und ihre Suche nach der Rebellion gegen das System stellt viele Fragen und setzt den Kindern im Schatten der 68er-Generation ein filmisches Denkmal. „Die Erziehungsberechtigten“, wie sich das Dreigestirn aus Jan, Peter und Jule nennt, bricht nachts in Zehlendorfer Nobelvillas ein um reiche Kapitalisten zu verängstigen, und entführt schließlich versehentlich einen Millionär. Auf einer Berghütte in den Alpen wird das ganze Dilemma einer machtlos-wütenden Generation offenbart; auch zehn Jahre nach den Dreharbeiten noch ein hochaktuelles Thema. Denn: „Jedes Herz ist eine revolutionäre Zell“.

platz7: HERR LEHMANN (2003)

Was soll man über diesen Film sagen? Außer dass er so Berlin ist wie es nur geht? „Was ist der Inhalt des Lebens?“, fragt Herr Lehmann und macht sich versehentlich auf Sinnsuche in den bewegten Wochen vorm Mauerfall. Er streift durch die Kreuzberger Nächte, verliebt sich, macht sich zum Affen, sieht die Welt auferstehen und untergehen und landet schließlich doch wieder am Tresen. Christian Ulmen spielt den Titelhelden aus Sven Regeners gleichnamigem Roman zum Lachen, Weinen und irgendwie zum Liebhaben. Voll realer Spielorte, fiktiver Eckkneipen und ganz, ganz viel Berliner Nostalgie ist Leander Haußmanns Film ein Fest für alle Berlin-Fans. „Nachti, nachti, Herr Lehmann.“

platz6: DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG (2004)

Wenn Hollywood zum Drehen nach Berlin kommt kann das schnell sehr furchtbar werden – man denke nur an Valkyrie oder Eurotrip. Mit Die Bourne Verschwörung serviert Regisseur Paul Greengrass aber einen Agententhriller feinster Art, in dem die deutsche Hauptstadt nicht einfach zur Kulisse verkommt. Der zweite Teil der Filmreihe um den ehemaligen CIA-Auftragskiller Jason Bourne bringt atemberaubende Verfolgungsjagden durch die Straßen Berlins, handfeste Kampfszenen in Hotelzimmern und einen gewohnt durchdachten und twistreichen Plot. Für Liebhaber des Genres ein absoluter Leckerbissen mit viel Berlin-Bezug.

Neugierig geworden? Nächste Woche geht’s weiter mit unserer Top10 Berlin-Filme.

Bleibt gespannt und bis nächste Woche,

euer Simon

Blogger im Industriepalast Hostel

 

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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