alexanderplatz

Vergangene Woche haben wir euch die ersten fünf unserer Top10 Berlin-Filme vorgestellt. Heute gibt es den Rest – Film ab für die Plätze 5 bis 1:

platz5: BERLIN CALLING (2008)

Kann man die Technoszene Berlins in einem Film zu fassen kriegen? Regisseur Hannes Stöhr kann. Mit Musikproduzent und Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner baut der Filmemacher einen nächtlichen Kosmos zwischen Clubs, Drogen, Sex und Entzugsklinik auf, der treibend wie seine Beats tief in die Psyche eines gefeierten DJs abseits des Starrummels eindringt. Der sentimentale Techno um den Titeltrack Sky and Sand liefert den Soundtrack für die Stadt Berlin und ihre Clubs, deren sonst so flüchtige Nächte Berlin Calling in meisterhafter Manier einfängt.

platz4: Good Bye, Lenin! (2003)

Alexanders Mutter fällt wenige Wochen vor dem Mauerfall ins Koma und verschläft die Wende. Als sie wieder aufwacht, will ihr Sohn sie vor dem Schock bewahren und lässt die DDR inszeniert weiterleben. Als wäre das noch nicht anrührend genug, gibt es eine bewegende Liebesgeschichte, viel Ostalgie und einen melancholisch-traumhaften Soundtrack von Yann Tiersen à la Amelie. Um das deutsche Novemberwunder von 1989 spinnt Regisseur Wolfgang Becker mit Hauptdarsteller Daniel Brühl ein Märchen um die sterbende DDR ganz im Kleinen. Eine sentimentale Geschichtsstunde und ein wunderbarer Berlin-Film!

platz3: Lola Rennt (1998)

Lola rennt, nicht ein, nicht zwei, nein, dreimal durch Berlin, um in nur 20 Minuten ihren Freund zu retten, der sich mit den falschen Leuten eingelassen hat. Dreimal die gleiche Zeitspanne, drei unterschiedliche Entwicklungen und eine Riesenportion Tempo und Spannung. Tom Tykwers Meisterwerk abseits gängiger Erzählstrukturen hat Filmgeschichte geschrieben. Der Film lebt in Berlin und von Berlin, Franka Potente alias Lola rennt, die knallrote Mähne im Wind, zu pumpenden Elektrobeats durch Kreuzberg, durch Mitte, durch Charlottenburg, über die Oberbaumbrücke, und mit ihr rennt die Zeit. Nach einer guten Stunde sitzt der Zuschauer schweißgebadet auf dem Sofa und sinniert über Zeit, Entscheidungen und die Macht des Zufalls. Ganz großes Kino, ganz viel Berlin.

platz2: Sonnenallee (1999)

„Es war einmal ein Land und ich hab dort gelebt. Wenn man mich fragt wie’s war – es war die schönste Zeit meines Lebens. Denn ich war jung und verliebt.“ Leander Haußmanns Film hat Ende der 1990er Jahre die Ostalgie erfunden: sentimental und voller Witz nähert er sich einer Jugend am kürzeren – dem Ostberliner – Ende der Sonnenallee und zeichnet ein charmant-komisches Bild von dem Land im Schatten der eigenen Mauer, in dem Stasi und Volksarmee durchaus Platz haben, das Tanzen, Leben und Weinen der pubertären Clique aber in den Vordergrund stellt. Eineinhalb Stunden Gänsehaut und melancholisches Lachen – wunderbar.

platz1: Oh Boy (2012)

Wäre Woody Allen Berliner, er hätte diesen Film gedreht. Der deutsche Stadtneurotiker der Gegenwart heißt Niko (großartig dargeboten von Nachwuchstalent Tom Schilling) und streift ziellos sinnsuchend durch die mit Jazzmusik unterlegte Hauptstadt, ganz in schwarz-weiß. Jan-Ole Gerster hat einen verträumt-bildgewaltigen Berliner Mikrokosmos entworfen, der die schäbige Ästhetik der Stadt zur Lebensphilosophie erhebt. Und mittendrin bewegt sich der sympathischste Loser der Hipster-Generation: „Kennst du das, wenn man so das Gefühl hat, dass die Menschen um einen herum irgendwie merkwürdig sind, aber wenn du n bisschen länger drüber nachdenkst, dann wird dir irgendwie klar, dass nicht anderen, sondern dass man selbst das Problem ist?“ Dabei will er doch eigentlich nur einen Kaffee… DER Berlin-Film unserer Zeit!

Träumt ihr nachts schon von Berlin? Erkundet die Dreh- und Spielorte unserer zehn liebsten Berlin-Filme doch einfach selbst: Reserviert noch heute euer Zimmer im Industriepalast Hostel und streift auf den Spuren von Lola, Herr Lehmann und Jason Bourne durch die Hauptstadt.

Holt schonmal das Popcorn und bis bald hier in Berlin,

euer Simon

Blogger im Industriepalast Hostel

 

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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