fernsehturm

Als eines der bekanntesten Wahrzeichen der Hauptstadt macht er die Skyline Berlins unverwechselbar: der Berliner Fernsehturm. Doch was wisst ihr eigentlich über die besondere Geschichte und Bedeutung des Betonriesen? Die wichtigsten Infos und wertvolle Tipps für den Besuch bekommt ihr bei uns:

Mit seinen 368m Gesamthöhe ist der Berliner Fernsehturm nicht nur das höchste Gebäude Deutschlands – selbst in ganz Europa steht er damit noch in den Top5. Durch seine enorme Höhe und den zentralen Standort am Alexanderplatz in Mitte ist der Fernmeldeturm von fast überall in Berlin zu sehen, wobei er insbesondere in Ostberlin oft den beeindruckenden Abschluss langer Straßenfluchten bildet. Als nach aufreibenden Jahren der Planung und des Baus der Fernsehturm am 3. Oktober 1969 in Betrieb ging, galt er vielen als architektonisches Symbol der Stärke und Überlegenheit des sozialistischen Systems der DDR.

Dieser erwünschten Symbolwirkung war man sich schon von den ersten Planungen in den 1950er Jahren an bewusst. So wurden verschiedene frühere Planungen an zentrumsferneren Orten bald verworfen und man entschied sich für das monumentale Mammutprojekt in bester Lage, wohl auch auf Wunsch des obersten Mannes im Arbeiterstaat, Walter Ulbricht. Die ursprünglichen Pläne des Architekten Hermann Henselmann wurden bis zur Fertigstellung des Turms vielfach überarbeitet und verändert, so sollte der kugelförmige Turmkorb ursprünglich in Sowjet-Rot, zwischenzeitlich gar in blitzendem Gold leuchten. Trotz der enormen technischen und statischen Herausforderungen und obwohl das Projekt mehrfach an explodierenden Kosten zu scheitern drohte, wurde der Turmbau zu Berlin in nur viereinhalb Jahren abgeschlossen. Sowohl von außen, als auch in der Innengestaltung offenbart der Turm bis heute die weltweite Fortschritts- und Technikbegeisterung der 1960er Jahre, das Design ist bewusst an die Raumfahrttechnik angelehnt.

Auch wenn der Fernsehturm vor allem in seiner architektonischen und symbolischen Bedeutung betrachtet wird, hat man ihn vordergründig aus sehr pragmatischen Gründen errichtet: Der rot-weiß-gestreifte, 118m hohe Antennenmast, der die Spitze des Turmes bildet, sendet bis heute das Signal für rund 60 Fernseh- und Rundfunkstationen und markierte im Jahr 1969 sogar den Beginn des Farbfernsehens in der DDR. Auch wenn der Fernsehturm ursprünglich den Stempel des Arbeiter- und Bauernstaats trug, gilt er genau wie das Brandenburger Tor seit dem Mauerfall als Symbol des wiedervereinigten Berlins.

fernsehturm

Für euch ist der Fernsehturm natürlich vor allem wegen seiner Aussichtsplattform auf 203m Höhe interessant. Weil in Berlin traditionell vergleichsweise flach gebaut wird, habt ihr von dort einen schier fantastischen Ausblick über die ganze Stadt und weit darüber hinaus. Sogar noch ein paar Meter höher seid ihr im Restaurant Sphere – hier müsst ihr euch noch nicht mal bewegen, um das spektakuläre 360°-Panorama des Fernsehturms zu erleben: Das Restaurant dreht sich innerhalb einer Stunde komplett um sich selbst. Die klarste Luft und damit den besten Weitblick gibt es übrigens oft genau jetzt in der kalten Jahreszeit – also nichts wie rauf und die Aussicht genießen.

Vom Industriepalast Hostel seid ihr in nichtmal zehn Minuten mit der S-Bahn am Alexanderplatz. Zugänglich ist der Fernsehturm täglich von 10 Uhr bis 24 Uhr (im Sommer: 9 Uhr bis 24 Uhr). Der Eintritt kostet euch an der Tageskasse 13€ (ermäßigt: 8,50€), wobei ihr aber gerade bei gutem Wetter mit langen Wartezeiten von bis zu zwei Stunden rechnen müsst. Ersparen könnt ihr euch das mit einem Online-Ticket, bei dem ihr im Vorfeld Datum und Uhrzeit eures Besuchs festlegen könnt. Der Service kostet euch jedoch auch deutlich mehr (19,50€ / 12€). Tipp: Ihr wollt morgens die ersten auf dem Turm sein? Oder Nachts die letzten? Und das ganz ohne lästige Warterei? Mit den Early-Bird- und den Late-Night-Tickets könnt ihr zum regulären Preis von 13€ (ermäßigt: 8,50€) euren Platz für diese Zeitfenster online reservieren.

Wichtig: Für Besucher, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ist der Besuch des Fernsehturms aus feuerschutzrechtlichen Gründen derzeit leider nicht möglich.

Wusstet ihr, dass…

  • …der Berliner Fernsehturm mit über 1 Mio. Besuchern pro Jahr zu den zehn beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands gehört?
  • …der Fernsehturm das höchste öffentlich zugängliche Gebäude Europas ist?
  • …ihr mit dem Aufzug gerade einmal 40 Sekunden zur Aussichtsplattform auf über 200m braucht?
  • …der Fernsehturm einen deutlich älteren, “kleinen Bruder” hat? Im Westen der Hauptstadt steht der Funkturm aus den 1920er Jahren, ebenfalls mit einer beeindruckenden Aussichtsplattform.
  • …der Turm selbst bei sehr starkem Wind kaum schwankt? Aufgrund einer ausgefeilten inneren Pendelkonstruktion bewegt sich die Aussichtsplattform um maximal 15cm. Selbst bei Sturm seid ihr also absolut sicher hier.
  • …an schönen Tag die reflektierten Sonnenstrahlen ein gigantisches Kreuz auf die Kugel des Turms malen? Dieses Phänomen war von der antireligiösen DDR-Führung natürlich nicht beabsichtigt und wurde daher oft spöttisch als die “Rache des Papstes” bezeichnet.

 

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
_________________________________________________________________________

is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
Simon Reuter (Blogger)

Letzte Artikel von Simon Reuter (Blogger) (Alle anzeigen)

Sehenswürdigkeiten

Berlins schönste Sehenswürdigkeiten
auf einen Blick!

weiterlesen