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Kennt ihr diese Szene aus dem Film Octopussy, in der James Bond in einem schwarzen Wagen die Grenze zur DDR passiert, vorbei an jenem berühmten Schild, das in vier Sprachen darauf hinweißt, dass man jetzt den amerikanischen Sektor verlässt? Viel hat sich verändert seit 1982, doch ein Hauch vom kalten Krieg liegt auch heute noch über diesem geschichtsträchtigen Ort mitten in der belebten Friedrichsstraße: der Checkpoint Charlie, Berlins berühmtester Grenzübergang.

Seien wir ehrlich, vom Spionagethriller-Feeling ist nicht mehr viel übrig (dafür müsst ihr schon auf den Teufelsberg steigen), hier zwischen Hotels, Nobelboutiquen und schicken Restaurants. Im Jahr 1961 sah das jedoch ganz anders aus: Der Überraschung über den Bau der Mauer folgte die Angst vor der Eskalation, als russische und amerikanische Panzer mit scharfer Munition auf beiden Seiten des Grenzübergangs Checkpoint Charlie Position bezogen. Hätte es einen dritten Weltkrieg gegeben, hier wäre er ausgebrochen. Seitdem rückte der Grenzübergang, der heute im absoluten Zentrum der Hauptstadt liegt, immer wieder ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit. So etwa Mitte der 80er Jahre als die aus der DDR geflohene Jutta Fleck hier tagelang gegen die von der DDR-Führung erzwungene Trennung von ihren Kindern protestierte und damit für eine diplomatische Krise sorgte. Als Frau vom Checkpoin Charlie gingen sie und ihr Pappschilder-Protest in die Geschichte ein.

Kein Wunder also, dass der Checkpoint Charlie für viele auch heute noch als Sinnbild der Berliner Mauer und der Teilung Deutschlands schlechthin gilt. Bis zum Mauerfall 1989 stand der Grenzübergang unter amerikanischer Kontrolle und durfte als solcher ausschließlich von Ausländern und Diplomaten passiert werden, nicht aber von BRD- oder DDR-Bürgern. Trotzdem hat er sich auch bei vielen Deutschen als Ikone der jüngeren Geschichte ins Gedächtnis eingebrannt. Schon kurz nach der Wiedervereinigung wurde der Checkpoint Charlie so zu einem echten Besuchermagnet und zählte schnell zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das kleine Wachhäuschen aus Beton und die Schlagbäume und Panzersperren sind mittlerweile durch originalgetreue Nachbauten ersetzt worden, aber Soldaten der DDR, UDSSR und der US-Army patroulieren noch immer – wenn auch nur in Form von kostümierten Schaustellern, mit denen ihr euch gegen eine kleine Gebühr fotografieren lassen könnt.

Direkt neben dem historischen Grenzübergang könnt ihr der Geschichte dann sogar noch etwas näher kommen: Das Mauermuseum im Haus am Checkpoint Charlie hat eine spannende, unterhaltsame und überaus sehenswerte kleine Sammlung an Gegenständen, Bildern und Eindrücken aus der Zeit zusammengestellt und erzählt eindrückliche Geschichten von Fluchtversuchen und Teilung. Eine Erfahrung, die bei eurem Berlinbesuch auf keinen Fall fehlen sollte.

Den Checkpoint Charlie erreicht ihr vom Industriepalast Hostel ganz unkompliziert mit der U1 bis Hallesches Tor und weiter mit der U6 zur Kochstraße (15 Minuten).

Viel Spaß auf historischer Entdeckungsreise wünscht euch

euer Simon

Blogger @IndustriepalastHostel

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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