Winter in Berlin

Die Tage sind kurz, die Luft ist kalt und die Stadt zeigt sich von ihrer ruhigen Seite – Winter in Berlin. Unter den Einheimischen und vor allem bei den kürzlich Zugezogenen hat es fast schon Tradition über den “langen, grauen Winter” zu jammern, dabei verliert die Bundeshauptstadt auch in den kalten Monaten nichts an ihrem besonderen Charme. Ganz im Gegenteil, gerade an sonnigen oder verschneiten Tagen entfalten die von Altbauten gesäumten Straßen und die gezuckerten Parks und Wälder der Stadt einen ganz besonderen Zauber. Zu erleben gibt es ohnehin viel: Ob Schlittschuhlaufen, spannende Winteraktivitäten warten auf Euch an jeder Ecke. Wer jetzt im Winter nach Berlin reist, lernt so eine entspannte, authentische Seite der Stadt kennen, die vielen Sommerbesuchern fremd ist. Und was ist die beste Art, um Berlin an einem schönen Wintertag zu erkunden? Ganz klar, ein gemütlicher Winterspaziergang. Mit warmen Stiefeln an den Füßen und einer Mütze auf dem Kopf seid ihr für die kalten Monate bestens gerüstet und könnt die besondere Stimmung der winterlichen Hauptstadt ganz in Ruhe genießen. Wir vom Industriepalast Hostel haben für euch drei traumhafte Winterspaziergänge in Berlin herausgesucht, auf denen ihr die Stadt in ihren unterschiedlichsten Facetten erleben könnt:

eins: Am Kanal durch den Szenekiez

Der Landwehrkanal im hippen Kreuzberg gilt vielen Berlinerinnen und Berlinern als einer der schönsten Orte der Hauptstadt. Zahlreiche kleine Brücken überspannen den mit Weiden gesäumte Kanal, der zwischen Gründerzeithäusern, kleinen Parks und gemütlichen Cafés das romantische Flair von Venedig oder Paris mit dem einzigartigen Lebensgefühl des Berliner Szenekiezes vereint. Startpunkt eurer kleinen “Wanderung” ist der U-Bahnhof Prinzenstraße, von dort seid ihr in fünf Minuten am sogenannten Urbanhafen, nicht zu übersehen dank des großen Restaurant-Segelschiffs Van Loon. Immerzu am Kanal entlang geht es entspannt bis zur Kottbusser Brücke, wo ihr euch in der legendären Ankerklause bei bester Aussicht über den Kanal mit leckeren Snacks stärken könnt. Ab jetzt könnt ihr nach belieben zwischen dem schönen Fußweg am nördlichen Kreuzberger Kanalufer oder der schicken Café- und Tappas-Bar-Meile Maybachufer am südlichen Neuköllner Ufer hin und her wechseln. Nach einer gemütlichen halben Stunde erreicht ihr das Kanaldreieck, wo ihr euch nach Norden orientiert bis ihr an der Schlesischen Straße ankommt. Das vegan-vegetarische Café Die Rebellion des Zimtsterns hier hat nicht nur einen ungewöhnlichen Namen sondern auch ungewöhnliche Leckereien und vor allem wärmende Getränke für euch, bevor ihr über die berühmte Oberbaumbrücke und vorbei an der East Side Gallery wieder beim Industriepalast ankommt.

2017-KW04_Landwehrkanal

|  ca. 5 km, etwa 2 Stunden. Startpunkt: U1 Haltestelle Prinzenstraße.  |

zwei: Ehrenmal und Inselglück

Der Treptower Park ist einer der schönsten und spannendsten Parks Ostberlins, besonders auch im Winter, wenn die dunklen Gerippe der riesigen Laubbäume aus den weiten, schneebedeckten Wiesen ragen. Euer Spaziergang bringt euch hier zu zwei einzigartigen Orten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Das Sowjetische Ehrenmal und die Insel der Jugend. Aber der Reihe nach. Ihr fahrt mit der S-Bahn bis zur Station Treptower Park, wo ihr euch zweimal links haltet und unter der Brücke hindurch in den Park gelangt. Haltet euch rechts und folgt dem Schotterwegen zwischen den großen Bäumen bis ihr zum südlichen Tor des Ehrenmals gelangt. Ein wenig versteckt stoßt ihr hier unerwartet auf eine gigantische Anlage samt 12 Meter hohen Bronzesoldaten, die von der Sowjetunion 1949 hier errichtet wurde. Es ist ein unheimlicher, fast gespenstischer Ort, der selbst unter Berlinern noch als Geheimtipp gehandelt wird. Nachdem ihr die geschichtsträchtige Anlage ausführlich erkundet habt geht ihr durch das gleiche Eingangstor wieder hinaus und wählt einen der Wege richtung Nordosten, bis ihr wieder zur großen Straße kommt. Auf der anderen Seite wartet in eine Spreebucht geschmiegt die Insel der Jugend, die ihr über die schöne Abteibrücke erreicht. Die Insel bietet euch tolle Ausblicke über die winterliche Spree, in der nicht selten Eisschollen schwimmen. Zurück am “Festland” geht es immer am Flussufer entlang zurück bis zum S-Bahnhof. Wenn ihr noch keine kalten Füße habt, könnt ihr von hier auch noch am White Trash vorbei über Schlesische Straße und Oberbaumbrücke in einer guten halben Stunde zurück zum Hostel laufen. Andernfalls nehmt ihr einfach wieder die S-Bahn.

 2017-KW04_TreptowerPark

|  ca. 6 km, etwa 3 Stunden. Startpunkt: S-Bahn Treptower Park.  |

drei: Ein tierisches Abenteuer

Ok, ein klassischer “Spaziergang” ist das natürlich nicht. Man könnte auch einfach “Zoobesuch” dazu sagen. Aber der Tierpark Friedrichsfelde im Osten Berlins ist eben anders als übliche Zoos: Im größten Landschaftstiergarten Europas könnt ihr auf mehr als 160 Hektar stundenlang spazieren gehen und dabei mehr als 800 verschiedene Arten kennen lernen. Für Familien mit Kindern wird der Winterspaziergang dabei zum aufregenden Abenteuer und alle “großen” Kinder können hier wieder ihren Entdeckergeist spüren. Die großzügigen Freigehege sind idyllisch in die verschneite Landschaft eingebettet, und wenn es doch ein bisschen zu kalt wird, könnt ihr ja einfach mal im geheizten Großkatzenhaus vorbeischauen. In der Cafeteria des Parks könnt ihr euch bei einem heißen Getränk die Hände wärmen oder einen kleinen Snack zu euch nehmen, bevor es wieder zu Tiger, Elefant und Wölfen geht. Jetzt im Winter hat der Tierpark täglich von 9:00 bis 16:30 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet euch 13€ (ermäßigt: 9€) für Erwachsene bzw. 6,50€ für Kinder. Zur Anfahrt nehmt ihr am besten die Straßenbahn bis zum Frankfurter Tor und von dort die U5 bis zur Station Tierpark (gut 20 Minuten).

 

Wölfe

Viel Spaß im winterlichen Berlin wünscht euch

euer Simon

Blogger @IndustriepalastHostel

 

 

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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