Gendarmenmarkt

Nicht einer, gleich zwei Dombauten und ein prachtvolles Konzerthaus machen ihn zum wohl schönsten – und sicherlich fotogensten – Platz Berlins: der Gendarmenmarkt. In seiner Geschichte spiegelt sich ein Stück Berliner Historie wieder, heute ist er die allerfeinste Adresse der Hauptstadt. Es gibt also viele Gründe, dem prunkvollen Herzen von Berlin Mitte einen Besuch abzustatten.

Im Wandel der Zeiten

Angelegt wurde der damals zunächst Esplanade, später Lindenmarkt genannte Platz bereits Ende des 17. Jahrhunderts, zu einer Zeit als viele protestantische Hugenotten aus Frankreich sich in der Nachbarschaft niedergelassen hatten. Preußenkönig Friedrich I erlaubte sowohl der deutschen lutherischen als auch der französisch-reformierten Gemeinde je eine schlichte Kirche an den gegenüberliegenden Enden des Platzes zu errichten. Erst gut 80 Jahre später bekamen beide einen identischen, überdimensionalen Kuppelturm verpasst, der den Kirchen ihren heutigen Namen besorgte: Deutscher Dom und Französischer Dom. Auf dem Grund des abgebrannten Nationaltheaters ließ man bis 1821 ein königliches Schauspielhaus, das heutige Konzerthaus nach Plänen des großen Architekten Karl-Friedrich Schinkel errichten, der auch die Museumsinsel entwarf. Der Platz bekam sein heutiges, prachtvolles Bauensemble.

In der Folge spiegelten sich oft die historischen Entwicklungen Preußens und später ganz Deutschlands an diesem Platz, etwa als er im Mittelpunkt der Straßenkämpfe während der Märzrevolution 1848 stand. Zum 100. Geburtstag des Dichterfürsten wurde ab 1859 ein Schiller-Denkmal hier errichtet und ein Teil des Marktes zwischenzeitlich nach ihm benannt. Die Nationalsozialisten entfernten das Denkmal 1936 um mehr Platz für protzige Militärparaden zu schaffen, es fand erst 1988 zurück zur alten Stätte. Der Gendarmenmarkt selbst sowie das Konzerthaus und der Deutsche und Französische Dom wurden allesamt im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und erst mehrere Jahrzehnte später mühselig wieder aufgebaut. Berlin Mitte war seinerzeit Teil des Ostens und damit der DDR, der Gendarmenmarkt hieß bis zur Wende Platz der Akademie. 1990 verabschiedete sich die DDR-Regierung hier mit einem letzten Staatsakt von der Bühne der Welt – unter dem Getöse Beethovens 9. Sinfonie.

Klassik, Kultur und Kosmopoliten

Heute heißt der Platz wieder Gendarmenmarkt, in Erinnerung an die Stallungen des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I, die hier im 18. Jahrhundert standen. Dank des klassizistischen Ensembles aus Konzerthaus, Deutschem und Französischen Dom gilt der Platz im Herzen der historischen Mitte vielen als der schönste Platz Berlins, vielleicht sogar ganz Deutschlands. Kein Wunder also, dass der Gendarmenmarkt immer wieder auch als Drehort erfolgreicher Filme. Das Konzerthaus ist eine der besten Adressen für klassische Musik in Berlin, mit regelmäßigen Konzerten großer Orchester, weltbekannter Solisten und gefragter Chöre – die berühmtesten Dirigenten geben sich hier den Taktstock in die Hand. Infos über kommende Veranstaltungen bekommt ihr online. Der Französische Dom beheimatet heute ein Hugenotten-Museum sowie eine Aussichtsterrasse mit sehenswertem Blick über die Stadt. Sein Deutscher “Bruder” gegenüber ist Heimat der Dauerausstellung “Wege, Irrwege, Umwegeüber die Geschichte der parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Beliebt bei Einheimischen und Besuchern ist der Gendarmenmarkt vor allem auch aufgrund der vielen schicken Restaurants rund um den Platz. Die Palette reicht dabei von der bezahlbaren Pizzeria bis zum Michelin-Sterne-Restaurant Fischers Fritz im 5-Sterne-Hotel The Regent. Auch Abends ist einiges geboten hier, zahlreiche Bars sorgen für ordentlich Nightlife-Potential. Außerdem findet ihr mit dem Augustiner am Gendarmenmarkt fast so etwas wie ein Berliner Hofbräuhaus hier. Der Nachtclub Bricks im Keller des Hilton sorgt für durchtanzte Nächte und mit dem Place of Holmes gibt es sogar ein exklusives Spa mit Fitnessstudio direkt am Platz.

Sommer- und Winterträume

Wirklich romantisch wird es am Gendarmenmarkt des Winters, wenn der vielleicht schönste Weihnachtsmarkt der Hauptstadt seine Tore zu Glühweinduft und gebrannten Mandeln öffnet. Den ganzen Dezember über verwandelt sich der hübsche Platz dann in einen nostalgischen Weihnachtszauber. Doch auch im Sommer gibt es Anlass für Großveranstaltungen: das Classic Open Air bereitet Besuchern jedes Jahr im Juli traumhafte Sommernächte mit Klängen von Schubert und Chopin bis Herr der Ringe und Titanic.

In jedem Fall ist der Gendarmenmarkt ein absolutes “Muss” für euren Berlin-Besuch. Vom Industriepalast Hostel erreicht ihr den schönsten Platz der Hauptstadt per S-Bahn bis Alexanderplatz und weiter mit der U-Bahn Linie U2 bis Hausvogteiplatz.

Klassische Eindrücke am Gendarmenmarkt wünscht euch

euer Simon

Blogger @IndustriepalastHostel

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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