Climbing Gyms

“Klettern ist nicht der Kampf gegen die Element oder das Gesetz der Schwerkraft. Es ist der Kampf gegen sich selbst.”, so formulierte es Kletterlegende Walter Bonatti einmal und trifft damit sicherlich auch heute noch bei vielen den richtigen Nerv. Sportklettern und insbesondere Bouldern sind keineswegs neue Disziplinen, gehören derzeit aber zweifelsohne zu den gefragtesten Trendsportarten. Mit Kreativität und Köpfchen schwierige Routen zu lösen und den Körper dabei fit und gesund zu halten, das macht den aufregenden Sport an niedrigen und hohen Wänden für viele so interessant. Kein Wunder also, dass es in Berlin mittlerweile eine ganze Reihe an großartigen Boulder- und Kletterhallen gibt. Egal ob ihr als Neulinge auf den schmalen Tritten und Griffen balanciert, oder ob ihr die Wände hinaufkraxelt wie übermütige Bergziegen – wir haben für euch die wichtigsten Infos und die besten Locations in der Hauptstadt zusammengetragen:

Was ist “Bouldern”?

Bouldern hat sich seit den 1960er Jahren als eigene Disziplin innerhalb des Sportkletterns entwickelt. Anstatt mit Gurt, Seil und Haken gesichert hohe Wände zu erklimmen liegt der Fokus beim Bouldern auf kurzen, kniffligen Routen – “Boulder-Probleme” genannt -, die sich maximal in Absprunghöhe bewegen. Sprich: Zu jedem Zeitpunkt könnt ihr bei einem Sturz oder gewollten Absprung auf einer weichen Matte landen ohne euch zu verletzen oder wehzutun. Ursprünglich an Felsen und niedrigen Felswänden in der freien Natur betrieben, erfreuen sich heutzutage vor allem Boulderhallen großer Beliebtheit: Hier werden mit künstlichen Griffen über einem mit Matten ausgelegten Boden Boulder-Probleme in verschiedensten Schwierigkeitsstufen geschaffen, die ihr dann selbstständig lösen könnt – eine zusätzliche Sicherung ist nicht nötig.

Dabei geht es längst nicht nur um Muskelkraft – vor allem die richtige Technik, kreatives Denken, gute Körperspannung und Selbstüberwindung bedeuten hier den Weg zum Erfolg. Bouldern ist damit eine ideale Freizeitbeschäftigung: Als Muskeltraining, zur Stärkung von Koordination und Gleichgewichtssinn, räumlicher Vorstellungskraft und nicht zuletzt als Mentaltraining hat der Sport viele positive Nebeneffekte. Vor allem aber: Macht es verdammt viel Spaß!

Vorkenntnisse braucht man übrigens keine, und die Ausrüstung ist auch überschaubar: Nicht einschränkende Sportkleidung ist von Vorteil, und spezielle Kletterschuhe, die sehr eng am Fuß sitzen, kann man bei allen Boulderhallen günstig vor Ort leihen. Profis benutzen außerdem noch einen Chalk-Bag mit Magnesia-Pulver, das schwitzigen Händen mehr Haftung verleiht. Also: egal ob mit Freunden oder alleine, Bouldern ist für nahezu jeden geeignet und bietet einen riesigen Fun-Factor. Neugierig geworden? Dann ab in eine der folgenden Locations in Berlin:

Boulderklub Kreuzberg

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In einem unscheinbaren Hinterhof mitten in Kreuzberg gelegen geht es hier so hip und international zu, wie es die Nachbarschaft vermuten lässt. Zu guter, oft elektronischer Musik kann man sich hier im Boulderklub auf über 1.300m² gehörig austoben. Das Schwierigkeits-Spektrum reicht vom Anfänger bis zum Vollprofi, das Team ist nett und die Probleme werden regelmäßig neu geschraubt. Für Kinder gibt es einen eigenen, großzügigen Spiel- und Kletterbereich in Form eines riesigen Holzschiffs. Ein Kraftraum mit Trainingsgeräten, großzügige Umkleide- und Duschräume sowie ein Barbereich mit leckerem Kaffee und kleinen Snacks sorgen für das Übrige – hier ist für alles gesorgt.

|   Boulderklub. Ohlauer Str. 38 in Berlin-Kreuzberg. Sa – Mo: 10-22 Uhr; Di – Fr: 8-22 Uhr. Eintritt: 6-9€.   |

Kegel Kletterturm

kegeltower

© Der Kegel

Die Mutter der hippen Boulder- und Kletterhallen der Hauptstadt ist ein alter Industrieturm auf dem RAW-Gelände () in Friedrichshain: Der Kegel hat den Trendsport in die Hipsterkreise Ostberlins gebracht. Bouldern kann man hier innen wie außen, in allen Schwierigkeiten und oftmals in Gegenwart der Berliner Boulderelite. Für die ist der Kegel nämlich nach wie vor eine Art Vereinsheim, weshalb hier auch regelmäßig Wettkämpfe und Szene-Events ausgetragen werden. Das Herz des liebevoll umfunktionierten Fabrikgebäudes ist der 20 meter hohe Kletterturm, an dem mehrere Sportkletterrouten bis ganz nach oben führen. Oben gibt es ein kleines Gipfelbuch und eine der besten Aussichten über Ostberlin. Klassiker!

|   Der Kegel. RAW-Gelände, Revaler Str. 99 in Berlin-Friedrichshain. Sa – Mo: 10-23 Uhr; Di – Fr: 8-23 Uhr. Eintritt: 4-7€.   |

Bouldergarten

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Bouldern eine Trendsportart, beliebt gerade auch bei der jungen urbanen Kreativelite und stilbewussten Hipstern? Da muss Szenebezirk Neukölln natürlich eine der besten Boulderhallen der Stadt haben! Und so ist es auch: Der Bouldergarten ist ein wahres Indoor-Boulder-Paradies, mit Routen aller Schwierigkeitsstufen auf mehreren Ebenen im stilvollen Ambiente. Spannender Clou hier: die vielen “Überraschungs-Routen”, bei denen man vorab nicht weiß, welche Schwierigkeit zu erwarten ist. Das hilft, den Respekt vor scheinbar zu schweren Problemen zu überwinden und sich größeren Herausforderungen zu stellen. Der Kinderbereich zum Spielen, Toben und Kraxeln ist riesig, außerdem erwarten euch eine Technik-Wand, eine Slackline, ein Trainings- und Gerätebereich, Thai-Massagen und seit kurzem sogar eine Sauna. Selbst einen Toprope-Bereich zum Klettern mit Seil gibt es hier. Kaum zu glauben, aber alles unter einem Dach.

|   Bouldergarten. Thiemannstr. 1 in Berlin-Neukölln. Mo – Fr: 10 – 23 Uhr; Sa – So: 10 – 22 Uhr. Eintritt: 6-10€.   |

Berta Block

Hoch im Norden, in Berlin-Pankow erwartet euch Berlins größte Boulderhalle: Berta Block. Nicht eine, nicht zwei, nein, gleich drei große Hallen mit zahllosen Boulderproblemen an Wänden und freistehenden Kletterpilzen erwarten euch. Vom Anfänger bis zum absoluten Profi findet hier jeder die richtigen Herausforderungen für sich, inklusive extrem langen Überhangs-Routen in der letzten Halle, die es so nur an wenigen Orten auf der ganzen Welt gibt. Kinder dürfen sich nur in der ersten Halle austauschen, was die Sicherheit für alle Kletterer enorm erhöht. Wer zwischendurch eine kleine Stärkung benötigt wird mit leckerem Kuchen und hausgemachter Quiche belohnt, und selbst an belebten Abenden bietet die Berta Block so viel Platz, dass man sich nicht gegenseitig auf den Kopf fällt. Schon dafür lohnt sich die etwas weitere Anfahrt mit der U-Bahn.

|   Berta Block. Mühlenstr. 62 in Berlin-Pankow. Mo – Fr: 11 – 23 Uhr (Di & Fr schon ab 8 Uhr); Sa – So: 10 – 23 Uhr. Eintritt: 6-10€.   |

Das sind natürlich nur einige der insgesamt mehr als ein Dutzend Kletter- und Boulderhallen in Berlin. Wer eine riesige Kletterhalle mit Innen- und Außenbereich und zahlreichen Toprope-Routen sucht, wird etwa im Magic Mountain in Berlin-Wedding fündig. Eine ganz besondere Boulderhalle ist das Bright Site Boulder Project in Schöneberg, wo ihr in einem großen Glaskasten auch bei schlechtem Wetter wie im freien bouldern könnt. Und nicht zu vergessen wäre natürlich auch der Ostbloc mit Blick über die schöne Rummelsburger Bucht im Osten der Hauptstadt.

Bouldern eignet sich übrigens auch als großartige Gruppen-Aktivität. Nach Voranmeldung und zum Teil sogar mit eigenem Kletterlehrer können in den meisten Boulderhallen in Berlin auch mit größeren Gruppen ein paar aufregende sportliche Stunden verlebt werden.

Bildnachweis: Datei: #172328118 | Urheber: Fxquadro

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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