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Was haben wir nicht schon alles an neuen Stadtführungen und mehr oder weniger inspirierten Besucherattraktionen gesehen! Wer kann sich noch an “heiße” Trends wie Cityroller-Touren, Stadtführungen mit dem Segway oder virtuelle City-Touren per Smartphone-App erinnern? Kein Wunder – zwischen klassischem Sightseeing, überfüllten Hop-on-hop-off-Bussen und dubiosen Pauschalangeboten ist die Verlockung groß, auf weniger betretenen Pfaden die

deutsche Hauptstadt zu erkunden. Fakt ist: außergewöhnliche Stadtführungen und Entdeckungsreisen liegen total im Trend und winken mit ungeahnten Perspektiven und Eindrücken in einer vielseitigen, aufregenden Stadt. Weil auch wir im Industriepalast Hostel finden: “Normal kann jeder!”, haben wir für euch 7 ungewöhnliche Arten, Berlin zu entdecken zusammengestellt:

Paddel in der Hand: Kayak Berlin Tours

Kayak_Berlin

Hast du gewusst, dass es in Berlin mehr als dreimal mehr Brücken gibt als in Venedig? Und es ist schon viel Wasser unter diesen Brücken durchgeflossen. Warum also die Hauptstadt nicht mal vom Wasser aus erkunden? Mit dem drögen alten Ausflugsboot an der Museumsinsel entlang tuckern, das ist jetzt nicht gerade eine Offenbarung. Deutlich mehr Spaß und eine hautnahe Begegnung mit den Flüssen und Kanälen Berlins bietet Kayak Berlin Tours. Mit dem Paddel in den Händen geht es in gemütlichen Cruiser-Doppelsitzer-Kajaks den Landwehrkanal oder die Spree entlang, immer unter der Führung von erfahrenen Guides, die euch mit spannenden Infos und Geschichten zu den erkundeten Stadtteilen versorgen. Flusspiratenromantik mitten in der Metropole!

Vogelperspektive: Weltballon am Checkpoint Charlie

Berlin Hot Air balloon Germany

Panorama-Restaurants und Aussichtsterrassen gibt es mittlerweile so einige. Aber geradezu frei 150 Meter über den Dächern Berlins zu schweben, das ist eine gänzlich andere Geschichte. Wie das geht? Mit dem “Weltballon” am Checkpoint Charlie. Bis zu 30 Personen finden im geräumigen Korb des nostalgischen Fesselballons Platz. Über eine Seilwinde ist der Heißluftballon dabei ständig mit dem Boden verbunden. 15 Minuten dauert eine Fahrt in den Berliner Himmel hinein, Kostenpunkt: zwischen 10 und 23€. Alle Infos und Tickets gibt’s online.

Mario Kart im Real Life: Hotrod Tour Berlin

Copyright: © Hot Rod Tour Berlin

Wer als Kind einmal eine Seifenkiste zum Rennwagen umbauen und damit eine mehr oder weniger steile Straße hinunterdüsen durfte, der hat den Rausch der Geschwindigkeit in dem kleinen, klapprigen Gefährt sicherlich nie vergessen. Mindestens genauso schnell, wenn auch deutlich stabiler sind Hotrods – kleine, motorgetriebene Mini-Autos mit Straßenzulassung, die sich mit bis zu 80 km/h über den Asphalt steuern lassen. Und mit denen kann man auch Berlin erkunden: Die Berlin Hotrod Tour führt euch mit einem ausgebildeten Guide in 80 oder 120 Minuten in bester Mario-Kart-Manier an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei quer durch die deutsche Hauptstadt. Einzige Voraussetzung: Ein Führerschein der Klasse B und ein klein wenig Mut. Für alle großen Luigis, Yoshis und Marios – aber bitte nicht mit Bananen werfen!

Die Hauptstadt erschmecken: Fork & Walk Berlin Food Tours

Middle Eastern traditional dinner.

Heimlich und leise hat sich Berlin an den Gourmet-Hauptstädten der Welt vorbei zum absoluten Foodie-Paradies gemausert. Was das heißt? Eine unglaubliche Vielfalt an guten Speisen, interessanter Restaurant-Kultur und innovativen Köchinnen und Köchen, die hier zu oft moderaten Preisen ein Schlaraffenland für Genießer erschaffen. Weil die Szene jedoch ständig im Wandel, dazu ausgesprochen divers und vielschichtig ist und man im Dschungel aus Food-Blogs, Gourmetmagazinen und Restaurantkritiken den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, braucht man als angehender Foodie viel Zeit und Platz im Magen, bevor man sich wirklich auskennt in der Schlemmerwelt Berlin. Abhilfe schaffen die fantastischen Food Tours von Fork & Walk. Egal ob historisches Berlin, Klassiker des Street-Food-Angebots oder vegane Entdeckungen, das junge Berliner Startup führt euch zielsicher und ausgesprochen geschmackvoll durch ungeahnte kulinarische Genüsse. Die Guides verstehen nicht nur viel von gutem Essen, sie kennen die besten Küchen der Stadt auch wie ihre Westentasche. Alle Touren im Überblick gibt es hier. Ein unvergessliches Geschmackserlebnis!

Auf marginalisierten Spuren wandeln: Querstadtein

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Wenn Berlin sich als Reiseziel selbst bewirbt, dann stehen meist die glänzenden Fassaden luxuriöser Hotels, die historische Pracht alter Gebäude und Museen, der Komfort und Genuss schicker Restaurants und der Spaß unterschiedlichster Erlebniswelten im Vordergrund. Dabei wird oft vernachlässigt, dass Berlin so viel mehr ist als nur das – und dass der ganz besondere Geist und unverwechselbare Charme der Stadt auch viel mit den unbekannten und leisen, schmutzigen und dunklen Ecken, dem Informellen und vielleicht sogar nicht ganz legalen der Hauptstadt zu tun hat. Marginalisierte Menschen und solche, die von der Gesellschaft oft “vergessen” werden haben die Hauptstadt immer schon nachhaltig und entscheidend geprägt – und stehen oft sehr viel mehr stellvertretend für das “echte” Berlin, als schimmernde Katalogbilder. Die Initiative Querstadtein bietet einzigartige Perspektiven auf diese lebendige Stadt, im Rahmen von Touren mit ungewöhnlichen Stadtführern: Ehemals obdachlose Menschen, die jahrelang ohne festen Wohnsitz in Berlin lebten, erzählen ihre Geschichte und teilen ihren Blick auf die Großstadt. Seit 2016 führen auch geflüchtete Menschen durch ihr Berlin und berichten von Flucht und dem Ankommen in der deutschen Hauptstadt. Wer Berlin wirklich kennen und verstehen lernen will, sollte hier anfangen.

Wie die Wühlmäuse: Berliner Unterwelten

Altes E-Werk Berlin

Die meisten oberirdischen Sehenswürdigkeiten Berlins habt ihr sicherlich schon mal gesehen – zumindest auf Bildern. Es gibt jedoch eine Seite der Hauptstadt, von der ihr möglicherweise nicht einmal etwas wisst: den Berliner Untergrund. Unzählige Stollen, Tunnel und stillgelegte Bunker ziehen sich über hunderte von Kilometern durch das unterirdische Berlin – und die kann man erkunden! Berliner Unterwelten bietet zahlreiche geführte Touren in die vergessenen Tiefen unter dem Großstadttrubel. Ob Flakturm und Atomschutzbunker, DDR-Fluchttunnel oder riesiger Wasserspeicher, Berlin ist von unten mindestens genauso spannend wie von oben. Alle Touren findet ihr auf der Website.

Street Art und Subkultur: Free Alternative Walking Tour

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Berlin zieht seinen einzigartigen Reiz vor allem auch aus der “alternativen” Szene, aus der lebendigen (Straßen-)Kunstwelt, den Musikern und Djs, der Hausbesetzer-Szene, den Kreativköpfen, Lebenskünstlern und den vielen schrägen Vögeln. Weil man dieser Welt zwischen den “klassischen” Sehenswürdigkeiten eher weniger begegnet, haben es sich die Guides von Original Berlin Tours zur Aufgabe gemacht, euch in dieses Universum der subversiven Gegenkultur mitzunehmen. Ihre Free Alternative Walking Tour führt ungefähr drei Stunden lang an Graffitis, alternativen Galerien, Street-Art-Projekten und besetzten Häusern vorbei bis tief ins Herz der Untergrundkultur. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht Bauwerke oder historisches Faktenwissen, vielmehr lernt ihr die vielseitigen Lebenswelten der Szene-Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg kennen. Parks und Kneipen, Spätis und Straßenverkäufer, alternative Lebensentwürfe und progressive Weltanschauungen – das kreativbunte Berlin im Schnelleinstieg. “Wenn du nur eine Tour in Berlin machen willst, mach diese!”, verspricht Original Berlin Tours – und wir könnten nicht entschiedener zustimmen.

Bildnachweis: Datei: #175702311 | Urheber: SakhanPhotography, Datei: #178800404 | Urheber: sveta_zarzamora, Datei: #133843050 | Urheber: hanohiki, Datei: #194117156 | Urheber: beschreiber

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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