Spargelzeit Berlin

Manche warten sehnsüchtig das ganze Jahr auf die wenigen Wochen, wenn er frisch geerntet im Gemüseregal liegt, für andere ist der Hype um die weißen Stangen kaum nachzuvollziehen: am Spargel scheiden sich die Geister. Nur rund zwei Monate lang wird das “weiße Gold” gestochen, danach heißt es warten aufs nächste Jahr – oder sich mit der importierten grünen Variante zu begnügen. Vielleicht ist es diese saisonale Knappheit, die aus dem Spargel auch heute noch eine Art “Luxusgemüse für den kleinen Mann” macht.  Unbestritten ist, dass das Berliner Umland für seinen besonders guten Spargel bekannt ist: den Beelitzer Spargel umgibt ein geradezu mystischer Ruf. Wer im Frühling in der Hauptstadt ist, sollte daher die Gunst der Stunde nutzen und sich das ein oder andere Spargelgericht gönnen. Ob klassisch mit Sauce Hollandaise und Pellkartoffeln, fränkisch als Salat, in Eierkuchen gerollt oder im italienischen Risotto – Spargel schmeckt in vielen Variationen. Und ist dabei auch noch gesund: das königliche Gemüse enthält eine Vielzahl an Vitaminen und Ballaststoffen. Zum Glück lässt sich zur Spargelzeit in Berlin köstlich schlemmen, mit diesen Tipps für Spargel-Restaurants in Berlin:

An der Quelle: Beelitzer Spargel in Beelitz

Nicht nur unter Berliner*innen ist der Beelitzer Spargel ein fester Begriff: Besonders zart soll er sein, aromatisch und dank der kurzen Lieferwege frisch wie sonst keiner. Der sandige Brandenburger Boden und das im Frühjahr oft sonnig-warme Wetter sorgen hier rund 25 Kilometer vor den Toren der Hauptstadt wohl für den Qualitätsvorsprung. Warum also nicht direkt zur Quelle reisen und das weiße Gold dort genießen, wo es direkt vom Feld auf den Teller kommt? Mit der Regionalbahn RE7 (ab Ostkreuz, bis Seddin) und dem Bus Linie 643 ist man in einer Stunde entspannt in Beelitz, dort hat man zur Spargelzeit die Qual der Wahl zwischen Spargelrestaurants. Ein Erlebnis, vor allem für Familien, ist Jakobs Spargelhof, und zwar nicht nur kulinarisch: Live-Jazz von der Bühne, Kutschfahrten durch die Spargelfelder und ein Streichelzoo für Kinder lassen einen Ausflugstag hier schnell vergehen. Wer ein uriges Ambiente und hochwertige deutsche Küche schätzt, wird sich in der Alten Brauerei im Ortskern wohlfühlen.

Mitten in Kreuzberg: Brachvogel

In einer erstaunlich ruhigen Ecke zwischen Urbanhafen und Mehringdamm, direkt am Landwehrkanal findet sich ein gutbürgerlichen Biergarten, mit dem man hier mitten in Kreuzberg wohl kaum rechnet: das Restaurant Brachvogel. Die Spargelsaison hat hier schon begonnen, die klassischen Variationen reichen von Schnitzel über Rumpsteak bis Zanderfilet. Zur Verdauung bietet sich ein kleiner Spaziergang entlang dem schönen Kanalufer Richtung Urbanhafen an – oder eine Runde Minigolf auf dem benachbarten Platz.

Risotto und Salat mediterran: Muret La Barba

Das Muret La Barba muss man erst einmal finden: Mitten im angesagten Viertel zwischen Rosenthaler Platz und Hackeschen Markt versteckt es sich geradezu an einer Straßenecke hinter Espresso-Bar und Sushi. Im Gewand einer schlichten Trattoria mit langen Holztischen und einer ganzen Wand voll edler Weine hat sich das Lokal als Weingeschäft genauso einen Namen gemacht, wie als beliebter Lunch-Spot für das etwas betuchtere Start-Up-Publikum rundum. Doch gerade Abends kommen Gourmets hier auf ihre Kosten – vor allem zur Spargelzeit: Als Salat mit Erdbeeren, Rotwein-Reduktion und Schafskäse kommt das Stängelgemüse genauso zur Geltung wie im geradezu himmlischen Risotto. Dazu ein Glas Wein aus bester Beratung – ein Hochgenuss!

Vegane Haute Cuisine: Kopps

Berlin mausert sich mehr und mehr zur veganen Welthauptstadt – und das zeigt sich auch in der Restaurantlandschaft. Mit dem Cookies & Cream findet sich hier nicht zufällig das erste rein vegetarische Restaurant mit Michelin-Stern. Dass Fine Dining ganz ohne tierische Produkte überhaupt möglich ist, können viele noch immer nicht glauben. Eines Besseren belehrt Zweifler das wunderbare Restaurant Kopps am Rosenthaler Platz: Komplett vegan, mit einem Fokus auf regionale Erzeugnisse zeigt sich hier, dass moderner Hochgenuss auch im Einklang mit der Natur geht. Frischer Bärlauch verleiht dem Spargel hier eine ganz raffiniert frühlingshafte Note. Man muss nicht vegan leben, um hier voll auf den Geschmack zu kommen.

…oder einfach selber kochen!

Warum eigentlich nicht? Zur Spargelzeit findet sich in jedem Gemüseladen und auf jedem Bauernmarkt frischer Spargel aus dem Berliner Umland – natürlich auch aus Beelitz! Eine Übersicht über lohnenswerte Wochenmärkte findet ihr hier. In der Gästeküche hier im Industriepalast Hostel lässt sich wunderbar kochen: Kartoffeln je nach Geschmack mit oder ohne Schale kochen, den Spargel schälen und in einem zweiten Topf garen bis er zart ist, aber noch nicht zerfällt. Dazu passt zerlassene Butter oder Hollandaise und ein paar Scheiben gekochter Schinken. Aber Vorsicht: wer leckeren Spargel kocht findet schnell hungrige Freunde… Bon Appetit!

Bildnachweis: Foto von TKphotography| ID: 25077095 – depositphotos.com

Simon Reuter (Blogger)

Simon Reuter (Blogger)

ist Wahlberliner aus Überzeugung und vielgereister Backpacker aus Leidenschaft. Als Rezeptionist erlebt er das Hostel-Leben an vorderster Front, als Blogger leitet er seit 2014 den Berlin-Blog des Industriepalast Hostels.
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is Berliner by choice and a passionate backpacker himself. As a receptionist he knows the real hostel life; as a blogger he's been writing for Industriepalast Hostel's Berlin blog since 2014.
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